Arbeitsgruppen

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AG „Kunstferne Orte“

Inhaltliche Arbeit dieser AG soll die Erforschung der künstlerischen Praxis an kunstfernen Orten und in kunstleeren Kontexten sein. „Wo gehört Kunst bisher nicht hin? Wo wollen wir sie aber hindenken? Und wie könnte sie dort verankert werden?“ Außerdem soll die bereits vorhandene Forschung z.B. am Wissenschaftszentrum Berlin zu künstlerischen Interventionen gesammelt und weitergeführt werden.

Verantwortlich: Daniel Hoernemann

AG „Didaktik der künstlerischen Forschung an Hochschulen“

In ihrem Essay Possible futures for artistic practice-led doctoral research (2011) stellen Carole Gray und Heather Delday die Frage: „Welches Wissen kann kreative (d.h. künstlerische) Praxis erzeugen, das auf keine andere Weise entstehen kann?“ Welche Werkzeuge oder Erfahrungen können Hochschullehrer*innen ihren Studierenden zur Qualifizierung und Legitimation von künstlerischen Forschung in der breiteren Forschungslandschaft Deutschlands geben?

Der künstlerische PhD wird mittlerweile von über zweihundert Institutionen weltweit angeboten und eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen, Buchkapiteln und Dissertationen machen die künstlerische Forschung zu einer der spannendsten Entwicklungen der künstlerischen Ausbildung und deren Positionierung in der Hochschulbildung.

Ziel der gkfd-Arbeitsgruppe „Hochschuldidaktik der künstlerischen Forschung“ ist es, verschiedene Programminitiativen in Deutschland zu identifizieren und zu vernetzen, praktische Einsichten über Lehransätze und -formate auszutauschen, sowie Erfahrungen über spezifische Studienprogramme, Studienordnungen und Kurse. Darüber hinaus sollten die Themen „gute Praxis“, Inklusion und faire Evaluierung in Unterrichtskontexten angesprochen werden.

Verantwortlich: Alexandra Toland

AG „Deutschsprachige Fachpublikationen der künstlerischen Forschung”

Diese Arbeitsgruppe verfolgt zwei Ziele: die Publikation deutschsprachiger Forschungsprojekte im internationalen Kontext und die Edition einer deutschsprachigen Fachzeitschrift für künstlerische Forschung (in Zusammenarbeit mit österreichischen und schweizerischen Kollegen), die sich an die vorwiegend deutsch sprechende künstlerische Forschungsgemeinschaft richtet.

Verantwortlich: Julian Klein, Nicole Vennemann, Alexander Damianisch

AG „Postgraduale Qualifikationsphase”

Die AG befasst sich mit den Qualifikationsmöglichkeiten an Kunst- und Designhochschulen nach dem Diplom- bzw. Masterabschluß. Im Fokus stehen dabei weniger die klassische Qualifikation als Meister*innen-Schüler*in  (auch wenn diese mit reflektiert werden), das Interesse gilt vor allem den Differenzen von Dokotorat und PhD in ihren möglichen Ausrichtungen eines rein künstlerischen, künstlerisch-wissenschaftlichen oder wissenschaftlichen Abschlusses. Diese Qualifikations-möglichkeiten sollen nicht allein institutionsimmanent diskutiert werden, sondern im Kontext aktueller Entwicklungen im Kunstfeld und der Notwendigkeit neben einer wissen(schaft)s-kritischen Ausrichtung neue ermächtigende Wissensformen zu entwickeln. Die AG ist in Hamburg angesiedelt und wird gemeinsam von Elke Bippus und Anke Haarmann initiiert und setzt sich das Ziel die Relevanz eines qualifizierenden 3. Zyklus innerhalb der Kunstinstitutionen und gegenüber den Wissen-schaftsbehörden sichtbar zu machen.

Verantwortlich: Elke Bippus, Anke Haarmann

AG „Künstlerische Forschung in kunstpädagogischer Lehre und Forschung

Künstlerische Forschung ist im Kontext einer Entwicklung in der Kunstpädagogik zu verorten, in der seit der Jahrhundertwende neue Wege erkundet werden: von einer werkbezogenen Vermittlung eines codierten Sinns im Kunstwerk hin zum Initiieren von Situationen und Projekten, die ästhetisches und künstlerisches Forschen ermöglichen, wodurch ein eigener Sinn entstehen kann. Künstlerische Forschung ist eine spezifische ästhetische Erkenntnispraxis und basiert auf einer forschenden Haltung gegenüber Kunst, Wissenschaft, Alltag und dem Subjekt. Forschende Konzeptionen in der Kunstpädagogik führen zu einem Überdenken der bisherigen hochschuldidaktischen Lehre, da weder in der Schule noch in der Hochschule ein so genannter Frontalunterricht zur Bildung einer forschenden Haltung führen kann. Die Frage, welche Kompetenzen zukünftige Kunstvermittlende brauchen, um künstlerische Forschung in der Schule oder im Museum zu initiieren, tritt in den Vordergrund. Damit verbunden ist die Frage, wie künstlerische Forschung in der Lehre vermittelt werden kann? Welche hochschuldidaktischen Modelle unterstützen die Entfaltung einer forschenden Haltung? Wie lässt sich forschendes Studieren von Anfang an im Studium implementieren? Künstlerische Forschung verändert das Verhältnis von Kunst und Kunstpädagogik, weil jetzt der ästhetisch-künstlerische Prozess im Fokus steht und weniger das Produkt als „Kunstwerk“. Den künstlerischen Prozess aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive heraus in seiner besonderen ästhetischen Qualität für Bildung zu erforschen, ist ein noch offener Auftrag. Zwischen Kunst und Kunstpädagogik könnten gemeinsame Forschungsinteressen entstehen, wenn es darum geht, Prozesse künstlerischer Forschung zu erforschen und Studierende in der Hochschullehre in die Praxis von künstlerischer Forschung einzuführen. Mit dieser Arbeitsgruppe eröffne ich ein Forschungsfeld und lade zur aktiven Mitarbeit ein. Folgende Fragen können zum gemeinsamen Denken anregen: Wie können wir künstlerische Forschung lehren und erforschen? Wie lässt sich forschendes Studieren mit künstlerischer Forschung weiter ausbauen? Welche Impulse gehen von der künstlerischen Forschung aus, um kunstpädagogische Forschung neu zu lokalisieren und zwar im Spannungsfeld von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung? Oder: Müssen wir ganz anders Denken und aus der Polarität von Kunst und Wissenschaft austreten zugunsten eines Denkens von vernetzten Diskursen, die als Wissensformationen in Beziehung zueinander stehen. Und: Wie lassen sich ästhetische Erkenntnisprozesse erforschen? Welche Form von Wissen bringt Künstlerische Forschung hervor?

Verantwortlich: Christiane Brohl